Domschatz zeigt „Essen sein Schatz – Die Goldene Madonna“

Sonderausstellung erzählt mit ungewöhnlichen Exponaten Geschichten über die 1000-jährige Geschichte des wichtigsten Kunstwerks im Ruhrgebiet.

Ausstellung zeigt bis zum 2. Februar zahlreiche Exponate zur Goldenen Madonna

Zusätzlich erklären große Überblickstafeln die wechselvolle Geschichte der berühmten Marienfigur

Sonderschau läuft in der Dauerausstellung der Domschatzkammer – die Goldene Madonna bleibt an ihrem Platz im Dom

Sie ist die älteste vollplastische Marienfigur der Welt, das wichtigste Kunstwerk des Ruhrgebiets und „Essen sein Schatz“ – mit einer Sonderausstellung erzählt die Essener Domschatzkammer von Samstag, 12. Oktober, bis zum 2. Februar, die Geschichte der Goldenen Madonna in Texten, Bildern und ungewöhnlichen Exponaten. Anlass ist das 60-jährige Jubiläum der päpstlichen Anerkennung, dass die goldene Marienfigur die Essener Bistumspatronin „Maria, Mutter vom Guten Rat“ darstellt.

Älteste erhaltene dreidimensionale Darstellung der Muttergottes

Dabei ist die Figur selbst viel älter: „Die Goldene Madonna wurde um das Jahr 980 von einem erfahrenen Bildhauer und Goldschmied geschaffen. Sie ist die älteste erhaltene vollplastische Darstellung der Muttergottes mit dem Kind und eine von nur noch wenigen erhaltenen frühmittelalterlichen Großplastiken überhaupt“, erläutert Andrea Wegener, Leiterin der Essener Domschatzkammer, den kunsthistorischen Wert der Figur.

Exponate der Sonderschau mit der Dauerausstellung verwoben

Während die Goldene Madonna auch in den kommenden Monaten an ihrem klimatisierten Platz in der linken Seitenkapelle des Doms bleibt, zeigt die Schatzkammer die Ausstellung über die mehr als 1000-jährige Geschichte sowie den kirchlichen und weltlichen Umgang mit der sensiblen, mit Goldblechen belegten Pappelholz-Skulptur in der Domschatzkammer selbst – und zwar verwoben mit der Dauerausstellung. „Zum einen fehlen uns die Räume für eine Sonderschau“, erläutert Wegener. „Zum anderen ist es aber auch inhaltlich spannend, die besonderen Ausstellungsstücke zur Goldenen Madonna mit unseren anderen Exponaten in Beziehung zu setzen.“ Schließlich hänge die Goldene Madonna – während der Regierungszeit der legendären Essener Äbtissin Mathilde entstanden – als heute wichtigstes Stück des Essener Domschatzes eng mit goldenen Vortragekreuzen, aufwendig gestalteten Reliquiaren oder kostenbaren Handschriften aus jener Zeit zusammen.

Goldene Madonna als Foto-Modell im „LIFE“-Magazine

Die Exponate der Ausstellung „Essen sein Schatz – Die Goldene Madonna“ sind indes auch neueren Datums. „Wir erklären die Goldene Madonna aus einer kulturhistorischen Perspektive“, so Wegener. Es gehe vor allem darum, was andere Menschen aus und mit der Goldenen Madonna gemacht haben. Die in Essen gewissermaßen Kulturgut gewordene Stadtmarketing-Kampagne zu „Essen sein Schatz“ ist dabei nur ein — für die Ausstellung namensgebendes – Beispiel. Weitere Exponate sind die erstmals gezeigte Fotoserie zur Goldenen Madonna aus dem US-amerikanischen „LIFE“-Magazin von 1957 oder die Goldene Madonna als Aufkleber fürs Sammelalbum. Philatelisten dürften sich über historische Sonderumschläge und Stempel der Bundespost mit dem Motiv der Marienfigur freuen. Außerdem gibt es die päpstliche Urkunde zur Ernennung als Bistumspatronin zu sehen, die Kiste, in der die Goldene Madonna für – ausgesprochen seltene – Transporte verpackt wurde, die mittelalterlichen Schmuckstücke der Figur sowie den Nimbus des Christuskindes, die die Besucher aus nächster Nähe betrachten können. Nicht fehlen darf zudem die originalgetreue Styropor-Dublette der Goldenen Madonna aus den Beständen des Essener Aalto-Theaters. Neben den Exponaten erzählen sieben große Überblickstafeln unter Überschriften wie „verehrt“, „gekrönt“ oder „verändert“ die wechselvolle Geschichte der mehr als 1000 Jahre alten Figur.

Dompropst freut sich über Interesse

„Unsere Goldene Madonna ist fraglos ,Essen sein Schatz‘“, verweist Dompropst Thomas Zander auf das große Interesse an der Figur, das er tagtäglich von Gläubigen, Touristen und anderen Dom-Besuchern wahrnimmt. Zugleich zeige die Sonderausstellung aber auch die überregionale Bedeutung und das internationale Interesse an der Figur. „Dieses Interesse tut unserer Kirche, unserer Stadt Essen und dem ganzen Ruhrgebiet gut“, so Zander.

  • Öffnungszeiten: „Essen sein Schatz – die Goldene Madonna“ ist ab Samstag, 12. Oktober, bis zum Fest Maria Lichtmess am 2. Februar dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
  • Eintritt: Inklusive Begleitbroschüre kostet der Eintritt zur Domschatzkammer während der Sonderausstellung 7, ermäßigt 6 Euro. Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt.
  • Führungen: Das Team der Domschatzkammer bietet individuelle Führungen durch die Sonderausstellung und zur Goldenen Madonna an. Außerdem gibt es drei öffentliche Kuratorenführungen („Aus dem Nähkästchen“ am 18. Oktober, „Mädelsabend“ am 15. November und „Who’s that Girl?“ am 13. Dezember, jeweils 19 – 20.30 Uhr, Teilnahme: 12 Euro inklusive Eintritt, Getränke und Snacks) und einen kostenfreien Vortrag zur Ausstellung im Haus der Essener Geschichte am 21. November um 18 Uhr, Veranstalter ist der Historische Verein Essen.

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