Generalvikar Pfeffer zeigt seine Lieblings-Orte im Essener Dom

Gäste des Rundgangs „Mein Dom – Glaube und Kunst“ erlebten am Dienstagabend eine sehr persönliche Abendführung.

Mit einem sehr persönlichen Streifzug durch den Essener Dom hat Generalvikar Klaus Pfeffer am Dienstagabend die exklusive Abendführung „Mein Dom – Glaube und Kunst“ gestaltet. Gemeinsam mit Rainer Teuber aus dem Team der Domschatzkammer hat Pfeffer die Besucher vom Kreuzgang zunächst in den Chorraum am Altar, von dort in die Krypta zum Altfrid-Schrein, in die Nikolaus-Groß-Kapelle und schließlich in die Adveniat-Krypta geführt.

Frauen nehmen im Chorgestühl Platz

Die kurzen historischen und architektonischen Anmerkungen von Teuber ergänzte Pfeffer durch seine eigene Sicht auf den jeweiligen Bereich des Doms. So berichtete Pfeffer im Chorraum von seiner Priesterweihe 1992 und merkte an, wie sehr sich das Priesterbild der Gläubigen seit damals verändert habe. Im historischen Chorgestühl – im Gottesdienst die Sitzplätze des Domkapitels, dem Pfeffer ebenfalls angehört – lud Pfeffer die Besucher ein, selbst Platz zu nehmen. Als dieser Einladung fast nur Frauen folgten, verwies Pfeffer auf die 1000-jährige Stifts-Zeit, in der die religiösen und politischen Geschicke in Essen und Umgebung fest in Frauenhand gewesen seien – und auf die aktuellen Forderungen katholischer Frauen nach mehr Mitspracherecht in der Kirche.

Sehr persönliche Anmerkungen in der Nikolaus-Groß-Kapelle

Sehr persönlich wurde Pfeffer auch in der Nikolaus-Groß-Kapelle, wo er den Bogen vom einzigen Seligen des Bistums zu einem weiteren christlichen Opfer des Nazi-Regimes schlug: Die Lehre des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer hat Pfeffer sehr beschäftigt und beeinflusst. „Christsein ist keine einfache Angelegenheit“, hat Pfeffer sein Buch überschrieben, in dem er auf der Basis von Bonhoeffers Überzeugungen eine „erneuerte Kirche“ skizziert.

Dass diese Kirche auf einem Jahrhunderte alten Fundament steht, wurde in der Altfrid-Krypta deutlich. Neben dem Schrein des Gründers von Stadt und Stift Essen wurden zwischen den mächtigen Grundmauern des Chorraums einst auch die Äbtissinnen des Essener Frauenstifts bestattet. Einen deutlichen Kontrast dazu bildete der Abschluss der Führung in der erst Anfang der 1980er Jahren unter dem Atrium zwischen Dom und Anbetungskirche eingerichteten Adveniat-Krypta. Neben den Gräbern der Essener Bischöfe Hengsbach und Luthe ging es Pfeffer bei dieser Station auch „um die Frage, wie wir Gottesdienst feiern“, betonte der Generalvikar. Während die Gläubigen im Dom in ihren Bänken frontal auf das Geschehen am Altar ausgerichtet sind, sitzen die Gottesdienstbesucher in der Adveniat-Krypta im Kreis um Altar und Ambo – eine Anordnung, die viele Gläubige als Gemeinschaft stiftender empfinden.

Weitere Abendführung werden vorbereitet

Nach dem Abend mit Generalvikar Klaus Pfeffer setzt die Domschatzkammer die Reihe „Mein Dom – Glaube und Kunst“ mit weiteren prominenten Gästen und deren persönlichem Blick auf die Essener Kathedrale fort. Die nächste Führung gestaltet am Dienstag, 19. November, Kulturmanagerin Silke Seibel.

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